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Mit Baby und Kleinkind durch Thailand, Teil 3

  • ehansen-olpe
  • 1. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Im dritten Teil unseres Reiseberichts sind wir auf Koh Phangan angekommen, einer Insel in der Nähe der bekannten Insekl Koh Samui. Wir hatten hier einen ganz einfachen Holzbungalow direkt am Strand und dieser Strandabschnitt (Bottle Beach) ist nur mit einem Boot zu erreichen oder mit sehr geländegängigen Fahrzeugen. Es gibt dort drei Hotels/Bungalow-Anlagen und sonst nichts. Paradiesische Ruhe, türkisfarbenes Meer - einfach traumhaft. Unser Bungalow war etwa 25 Schritte vom Strand entfernt, das Restaurant hatte 10 Tische und war direkt am Strand gebaut mit drei offenen Seiten. Wenn die Kinder abends schliefen, konnten wir mit den Füßen im Sand am Strand sitzen und waren immer noch in Hör- und Sehweite unseres Bungalows.



Wir hatten hier zwei wunderschöne Tage und dann kam leider das Unwetter:

Starkregen, Sturm, Gewitter und das alles so stark, dass selbst die Einheimischen es so nicht kannten, insbesondere nicht aus der Trockenzeit in der wir uns befanden. Für die restlichen Tage konnten wir uns eigentlich nur im Bungalow oder in dem überdachten Bereich im Restaurant aufhalten. Hin und wieder wagten wir kurze Spaziergänge, aber an mehr war leider nicht mehr zu denken. Der wunderschöne Strand wurde durch einen über die Ufer getretenen Fluss in zwei Teile gerissen, Unrat, Müll, Haushaltsgegenstände schwammen darin ins Meer. Am schlimmsten für uns alle war, dass am vorletzten Tag der Blitz in den Stromverteilerkasten unseres Bungalows einschlug. Glücklicherweise hielten die Sicherungen, was sie versprachen, der Strom ging sofort aus und es brach kein Feuer aus, aber der Knall war das vermutlich lauteste Geräusch, was wir jemals gehört haben.


Sehr erleichtert konnten wir dann am vorgesehenen Tag abreisen - es war auch der erstmögliche, an dem überhaupt wieder Fähren fuhren. Vielleicht kommen wir irgendwann wieder zu unseren tollen Gastgebern, die wir während unserer Stunden im Restaurant sehr schätzen gelernt haben und zu diesem kleinen Fleckchen vom Paradies. Die Playlist unseres Restaurants vom Bottle Beach begleitet uns jedenfalls bis heute und löst trotz all der kleinen Dramen pure Entspannung und Losgelassenheit bei uns aus.


Weiter ging es mit dem Minibus in den Khao Sok Nationalpark. WIr wohnten direkt vor den Eingangstoren in Khao Sok Village in einem schönen Bungalow mitten in der Natur. Die angrenzende Straße war allerdings alles andere als ruhig und naturverbunden - hier reihte sich eine Bar an die nächste und wir befanden uns nach dem einsamen Bottle Beach mitten im Touri-Wald. Nichts desto trotz genossen wir die Zeit am Pool hier sehr und unternahmen eine geführte private Dschungeltour im Nationalpark.

Das war ein einzigartiges Erlebnis: Etwa 2 Stunden Hinweg mit einigen Tierbegegnungen wie z.B. Affen, dann Abkühlung im See zwischen meterhohen Felsen. Danach gab es ein für uns frisch zubereitetes Dschungel-Dinner. Hierzu wurden Bambusrohre frisch vom Bambus abgeschlagen, mit Reis und Gemüse befüllt und über offenem Feuer neben einem Stück Fleisch gegart. Als Teller dienten ebenfalls Bambusteile, wir bekamen Becher aus Bambus und aßen zwischen riesigen Bäumen und bei Grillengezirpe während die Sonne langsam unterging. Auf dem Rückweg war es dann stockdunkel und wir schlichen mit Taschenlampen zurück. Dabei sahen wir wieder viele verschiedene Tiere wie Fledermäuse, Vogelspinnen... Für unseren Großen war dieser Ausflug ein echtes Highlight, für unseren Kleinen ein sehr gemütlicher Schlafplatz, denn der war die meiste Zeit bei mir in der Trage und schlief seelenruhig zwischen all den Dschungelgeräuschen. Aber wie so oft, waren wir alle hinterher klatschnass geschwitzt, denn wir hatten überall in Thailand (außer während des Unwetters) durchgehend Temperaturen von deutlich über 30 Grad.


Nach drei Tagen ging es für uns weiter nach Kho Lanta, eine weitere Insel im Süden Thailands. Hier genossen wir dann wirklich 7 Tage Strand - so wie es uns am Bottle Beach nicht vergönnt war. Auch hier hatten wir ein Zimmer sehr nah am Strand, dem Restaurant direkt am Meer und einem täglichen Abendessen mit den Füßen im Sand.



In der ganzen Woche hier unternahmen wir nur einen Ausflug: Wir fuhren in die Mangrovenwälder, halfen dort beim Krabbenfischen und genossen diese dann frisch zubereitet von einer Dame im Inland auf einem privaten kleinen Hof. Ansonsten galt hier: Seele baumeln lassen, im Sand spielen, im Meer oder Pool planschen und genießen. Jeden Abend ein atemberaubender Sonnenuntergang, leckere Cocktails am Strand und so langsam auch der erste aufkommende Abschiedsschmerz.



Denn nach Koh Lanta folgte nur noch eine Station: 3 Tage Pukhet. Diese sehr belebte und bekannte Hlabinsel schockte uns ein wenig mit den Touristenmassen, denen wir bis dahin ziemlich aus dem Weg gegangen waren. Wir brauchten etwas um anzukommen und uns innerlich umzustellen von abseits der Touristenpfade bzw. geringerer Touri-Dichte auf diese "Sardinenbüchse", die wir hier am Strand vorfanden. Auch die Stadt Pukhet wirkte auf uns zunächst nur künstlich und wie für Touris erschaffen und wir konnten dem nur sehr wenig abgewinnen.


Dann sind wir aber einfach mal in die genau entgegengesetzte Richtung der belebten Touri-Meile gegangen und nach einer Weile kamen wir wieder im "echten Thailand" an mit Trikot-Nähstuben, Obst- und Gemüsemärkten und einer Suppenküche für die arbeitende Bevälkerung. Hier gab es den fertigen Tee bereits auf allen Tischen stehen und man bekam eine Art Eintopf und dazu frisch gebackenes Fladenbrot aus einem Ofen, der vor unseren Augen befüllt wurde: Teigfladen formen und mit Schwung an die Innenwand des Ofens werfen, sodass er daran festklebt; fällt er runter, ise das Brot fertig. Toll - wir verständigten uns mit Händen und Füßen, die Kinder bekamen Lutscher geschenkt, die Thailänder freuten sich einen Keks, dass sie uns mal "ihre Mittagskantine" zeigen konnten und wir freuten uns noch mehr, dass wir das erleben durften.


Und dann kam der Tag der Abreise. Ein letztes Mal Strand und Füße im Wasser. Mats bettelte, dass wir noch länger in Thailand bleiben sollten - "Noch so drei Monate, Mama, okay?". Und wir hätten am liebsten Ja gesagt. Aber zum Glück erwartete uns auf der Rückreise noch ein weiterer Zwischenstopp in Abu Dhabi und dieses Mal nutzen wir die 8 Stunden für eine Wüstentour. Wir wurden am Flughafen abgeholt und fuhren mit einem Geländewagen in die Wüste.


Dort stand als erstes Sand Dune Bashing an, also so schnell wie möglich mit dem Jeep über Sanddünen und wieder runter - meine Güte, Achterbahn fahren ist nichts dagegen! Unser Großer war außer sich vor Freude und lachte die ganze Zeit so sehr, dass auch unser Fahrer immer wieder laut lachen musste. Unser Kleiner fand das Ganze mal wieder sehr ermüdend und nutzte die wilde Schaukelei für ein Nickerchen. Danach gab es einen Zwischenstopp an einer Kamelfarm. Dort arbeitete ein Pakistani, der einen kleinen Sohn bekommen hatte, ziemlich genau so alt wie unser Tom zu der Zeit. Nur dass er seinen Sohn noch nie gesehen hatte, denn er fliegt nur etwa 2x im Jahr nach Hause zu seiner Familie und arbeitet sonst auf der Kamelfarm, um genug Geld zu verdienen. Er und Tom waren ab da für die nächste Stunde beste Freunde, er trug ihn die ganze Zeit auf dem Arm, die beiden lachten sich an und liefen durch die kleine Siedlung. Die Verabschiedung war herzlich und ich wünsche ihm sehr, dass er bald seinen Sohn kennenlernen darf.

Übrigens: Wir fragten unseren Guide wie oft es denn hier regnet und er sagte: "So 5-10 Minuten". Ich dachte, er habe uns nicht richtig verstanden und fragte nochmal wie oft dann diese Minuten Regen sind. "Na, 5-10 Minuten Regen insgesamt, im Jahr". Uih...


Der Rückflug war genauso entspannt wie der Hinflug und wieder in Deutschland angekommen, stürzten wir uns unserem Empfangskomitee in die Arme. Was für eine unendlich bereichernde Reise, was für Erlebnisse, was für eine intensive Familienzeit, was für eine Dankbarkeit, was für neue Erfahrungen...wir sind immer noch überwältigt und eins steht fest: Das war sicher nicht unsere einzige Rucksack-Reise mit Kind und Kegel!


Und kaum, dass wir gesund und heil wieder gelandet waren, schrieb ich unserem Guide aus Abu Dhabi, mit dem wir uns sehr gut verstanden hatten und er antwortete: "Alhamdulilla". Ja, Gott sei Dank für diese Reise!

 
 
 

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