Wenn das Gespräch schon vor dem Gespräch beginnt
- ehansen-olpe
- 20. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Immer wieder fragen wir uns, warum Gespräche mit Eltern teilweise so schwierig sind, Eltern sich verweigern, mauern, runterspielen oder nicht offen und ehrlich zu uns sind. Ein entscheidender Punkt dafür beginnt schon lange vor dem Gespräch.

Wenn Eltern mauern, nicht ehrlich sind oder runterspielen liegt das in den allermeisten Fällen nicht daran, dass sie an einer Zusammenarbeit nicht interessiert sind oder sie nicht das Beste für ihr Kind wollen, sondern vielmehr an Angst, Unsicherheit und wenig Vertrauen.
Einige der größten Sorgen für Eltern ist es doch zu erfahren, dass etwas mit dem eigenen Kind nicht in Ordnung ist, dass es dem Kind nicht gut geht oder auch dass sie als Eltern etwas falsch gemacht haben. Eine solche Nachricht zu bekommen oder schon allein die Angst davor, kann einen lähmen. Wenn das in einem Rahmen mit Personen geschieht, denen man vertraut, die man schätzt, mit denen man Positives verknüpft, dann ist das leichter auszuhalten und man kommt schneller an den Punkt nach vorne zu schauen und über Lösungen nachzudenken als in einem Gespräch mit Menschen, wo man sich nicht wohlfühlt.
Stellt Euch mal vor jemand sagt euch, dass eure selbst gemachte Lasagne gut war, aber mit noch einer Schicht Mozzarella unter dem Käse wäre sie genial. Es ist ein großer Unterschied, ob ihr das von eurer Tante gesagt bekommt, die großartig kochen kann, euch immer unterstützt, für euch da ist und sehr schätzt und lieb hat oder von dem neuen Partner der Freundin, der bisher kaum ein Wort mit euch gewechselt hat. Von wem würde man den Ratschlag wohl eher annehmen?!
Und genau so geht es Eltern auch in Gesprächen mit euch. Viele können sich nur dann öffnen, Fehler zugeben, Schwächen der Kinder annehmen, wenn sie euch vertrauen und sich sicher sind, dass ihr ihre Kinder mögt, die Eltern schätzt, ihre Sorgen ernst nehmt und ihre Leistung als Eltern anerkennt. Ansonsten geraten die meisten automatisch in eine Abwehr- und Rechtfertigungshaltung.
Und deshalb beginnt ein Gespräch schon lange vor dem eigentlichen Gespräch. Aber wie schafft ihr es, den Eltern genau dieses nötige Gefühl zu geben? Gelebte Erziehungspartnerschaft ist hier das Stichwort.
Das heißt, sehr regelmäßiger Austausch - nicht nur, wenn es Probleme/Themen gibt, wertschätzendes Erzählen vom Kind, Verständnis für die Eltern, echtes Interesse an deren Lebenssituation, gemeinsame Überlegungen und Beobachtungen des Kindes uvm.
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